Fest der Stimmen 2011 16.10.2011
Die unter uns, deren Schulzeit schon einige Jahre zurückliegt, werden sich noch an das Lied erinnern, das häufig im Schulchor gesungen wurde:
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten. Dieses Werk, das auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurückgeht, erzählt von der grenzenlosen Freiheit der Gedanken und der Kraft,
Gegebenheiten, auch wenn sie unveränderbar scheinen, in Gedanken zu bewältigen und zu überwinden.
„In Gedanken bin i bei Dir“ heißt das Kärntnerlied, das unserem diesjährigen Fest der Stimmen seinen Titel gegeben hat.
Es wurde getextet und komponiert von Hedi Preissegger, der Tochter von Gretl Komposch, die in diesem Lied die Sehnsucht nach ihrem Sohn beschreibt, der für einige Zeit nach Amerika gegangen ist.
Es antizipiert auch die Freude der Wiederkehr und Glücksgefühle, die den Körper in Schwingungen versetzen.
In Gedanken bin i bei Dir, lässt aber einfach zu, dass die Gedanken wandern und sich unbegrenzt und mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Sei es nun das Kind, das weit fort ist, ein guter Freund,
dessen Abwesenheit bedrückend ist, die entfernt lebende Geliebte oder der fort gegangene Geliebte und der damit verbundene Schmerz der Einsamkeit, der geliebte Mensch, der für immer vorausgegangen ist, sie alle sind in Gedanken wieder erreichbar.
Es sind auch Gedanken, die auf der Zeitschiene zurückwandern, zu Momenten der Harmonie in Familie, im Freundeskreis oder im beruflichen Umfeld. Immer ist damit auch ein Stück Wehmut verbunden, weil das Früher oft besser erscheint als das Heute.
Oft ist es aber auch geographisch ausgerichtet. Vielleicht ist es das Heimatland, das Land der Kindheit, in das die Gedanken fliegen. Man spürt förmlich den vertrauten Duft und die besondere Kraft der Sonne.
Möge der heutige Abend für Sie ein Moment grenzenloser Gedanken, Erinnerungen und Gefühle sein.
Komm.-Rat Mag. Claus Repnik
Obmann der Kärntner in Graz
|